Psychotherapie gehört zur fachärztlichen Grundversorgung.
Unsere Praxis bleibt deswegen grundsätzlich weiter geöffnet. Ggf. sind Videosprechstunden möglich.
Ein paar Gedanken zur Corona Krise:
Wir alle sind von starken Einschnitten und Beschränkungen in unserem normalen Leben betroffen. Körperliche Distanz und weitere Hygieneregeln, aber auch Regeln nicht unnötig außer Haus zu gehen, nicht in den Urlaub zu fahren, Absage von Veranstaltungen und weitere drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens reduzieren unser Leben auf wesentliche Gesichtspunkte. Dadurch werden wir alle sehr auf uns selbst zurückgeworfen und müssen mit vielen neuen Unsicherheiten und Ängsten fertig werden.

Inwiefern wirklich alle jetzt getroffenen Maßnahmen richtig und notwendig gewesen sind wird erst eine rückblickende Betrachtung ergeben können, wenn wir mehr über das Virus wissen. Deswegen möchten wir hier keine Bewertungen der getroffenen Maßnahmen oder Verordnungen abgeben.

Auf Grund von starken Bedürfnissen nach Sicherheit besteht die Gefahr, dass wir uns sozial zurückziehen und nach allem greifen, was uns ein bisschen mehr Sicherheit geben könnte. Die einen tätigen dann Hamsterkäufe, andere glauben keine neuen Nachrichten in den Medien verpassen zu dürfen oder desinfizieren regelmäßig den gesamten Einkauf. Dadurch, dass auch wissenschaftlich bisher wenig über das Virus bekannt ist und es auch sehr gegensätzliche wissenschaftliche Forschungsergebnisse und Sichtweisen gibt, ist oft auch unklar welche Maßnahmen wirklich wichtig sind und welche nicht. Auch darüber welche Sichtweisen oder Verschwörungstheorien hier die richtigen wären, kann man trefflich in Streit geraten und sich, ohne es zu merken, sozial distanzieren. Auf Grund nachvollziehbarer innerer Ängste kann man so beginnen zu spalten und Feindbilder aufzubauen - die aber letztendlich zu noch mehr sozialer Distanz und zu noch mehr Verbreitung von Ängsten
führen werden.

Wir halten es daher an dieser Stelle nicht für sinnvoll den sehr unterschiedlichen Ansichten und Meinungen nachzugehen, auch wenn wir eine kritische Auseinandersetzung mit der Krise als wichtig ansehen.

In dieser kritischen Auseinandersetzung mit der Krise halten wir Solidarität und sozialen Zusammenhalt für wirklich essentiell, um dieser Krise und ihren Auswirkungen angemessen zu begegnen. Eine Wiederherstellung eines Gefühls von äußerer und innerer Sicherheit entsteht vor allem durch ein gutes soziales Miteinander. Feindbilder, Ausgrenzung oder soziale Trennung vertiefen dagegen die Unsicherheit und können traumatisierend wirken und zu Introjektbildung und posttraumatischen Störungen führen.

Es ist wichtig menschliche Anteilnahme zu zeigen. Wir alle sind jetzt besonders aufeinander angewiesen. Wenn ihnen Menschen aggressiv oder seltsam erscheinen, dann ist es gut erstmal davon auszugehen, dass diese Menschen auf Grund von inneren Unsicherheiten und Ängsten so sind und nicht um jemandem persönlich zu schaden.

 


Schenke dem anderen ein Lächeln. Auch unter der Maske.

Sich einmal täglich über die neuesten Sachstände der Krise zu informieren ist ausreichend.

Verliere nicht deinen Humor und dein Lachen.

Wähle dir wichtige soziale Kontakte und finde Möglichkeiten regelmäßig in Kontakt zu treten.

Rede darüber wie es dir geht und darüber was in dir vorgeht und dir wichtig ist.

Gehe nach draußen. Die Bäume oder der Wald sind nicht ansteckend und Wiesen oder Felder sind nichts Verbotenes.

Deine Liebsten, mit denen du zusammenlebst, darfst du in den Arm nehmen und auch öfter als sonst drücken.

Unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln dürfen sich in Hessen einzelne Personen treffen, gemeinsam im Garten sitzen oder spazieren gehen.

Schau hin, wenn andere Menschen dich anschauen.

Lasse deinen Ärger oder deine Ängste nicht an anderen ab, sondern spreche darüber.

Höre anderen in ihren Sorgen und Nöten zu.

Helft euch gegenseitig.

Zeigt eure Berührung, Betroffenheit und Herzlichkeit.

Auch wenn es nicht immer leicht fällt!


Sebastian Rühl, Dorothee Fliedner und Liana Laufer.